Was war die Inspiration für Eure Produkte?


Beide Produkte entspringen einer neuen Kooperation. Berlin Art Glas ist Berlins einzige »Hot Glass« Werkstatt und hat mich angesprochen, ob ich gemeinsam mit Ihnen eine Produktkollektion entwickeln möchte. Die Idee war den handwerklichen, poetischen Prozess des Glasblasens im Design abzubilden. Wir haben gemeinsam in der Werkstatt experimentiert. Aus diesem konzentriertem Spiel haben sich sehr viele spannende Ideen ergeben, von denen wir zwei erstmalig zeigen:

»Totem Pearls« ist eine spielerische, recht kleine Hängeleuchte, die aus drei verschiedenen gläsernen Grundelementen komponiert werden kann. Wie bei einer Kette werden Bälle und Scheiben auf eine Stange gefädelt. Zwei verschieden große Kugeln und eine Scheibe gibt es in den drei Grundfarben plus grau und weiß. Jeder kann sie individuell kombinieren …eine Lichtscheibe beleuchtet sie von unten.

»Navel Table« ist ein kleiner Tisch und ist noch im frühen Experimentierstadium. Dabei versuche ich Metallgewinde direkt in den Glaskörper einzublasen um z.B. ein Tischgestell zu befestigen. Das ist eine technisch hohe Herausforderung, die aber einen tollen Effekt und viele neue Möglichkeiten in sich trägt.

Wie würdest du Deinen Stil beschreiben?


Ich glaube stark an eine lebenslange Bindung zu speziellen Objekten. Entsprechend bin ich an sehr hochwertigen, langlebigen Lösungen interessiert. Außerdem ist mir Materialauthentizität wichtig. Bei mir sieht man viel Stein, Metall, Holz und jetzt auch Glas. Die meisten Produkte sind Kleinserien, Editionen oder Einzelobjekte, die ich direkt für einen Kunden entwerfe.

Was verbindest Du persönlich mit dem Berliner Zimmer?


Ich lebe seit Mitte der 70er Jahre in Berlin. Ich wuchs im zentralen Westteil der Stadt auf und dort waren die Altbauten sehr begehrt und wurden gut gepflegt. Kaum einer meiner Freunde hat in einer Neubauwohnung gelebt. Das Berliner Zimmer verbindet klassisch die privaten und die repräsentativen Räume und war immer so etwas wie ein Scharnier oder eine Übergangszone. Entsprechend kann ich mich an diese Zimmer gut erinnern, da sie so etwas wie die Essenz der Familie in ihrer Wohnung aufzeigte.

In welchem Teil des Berliner Zimmers einer Berliner Wohnung würdest Du Deine Produkte platzieren?


Die Totem Pearls sehe ich nah am Fenster über einem großen Tisch in einer 5er oder 7er Gruppe. Sie würden freundlich helle, farbige Impulse in den meist eher dunklen Raum bringen. Sollte doch einmal Sonne ins Zimmer kommen, würde das mundgeblasene Glas herrlich bunt funkeln.

Was erwartest du von der Biennale Interieur?


Es wird seit 2005 mein zweites Mal sein, dass ich in Belgien etwas zeige. Ich habe viele gute Dinge über die Biennale gehört und freue mich auf anregende Gespräche und vielleicht den einen oder anderen Kundenkontakt. Neugierig bin ich auf die Reaktionen der Besucher auf die neuen Ideen von meiner Berlin Art Glas Kooperation.

Wie wichtig ist Design für die Gesellschaft?


Gutes Design ist wichtig für die Gesellschaft, denn es hat ernsthaft über eine Problemstellung oder Aufgabe reflektiert, und eine gute, nachhaltige und für den Menschen angenehme, anregende und sinnvolle Lösung gefunden.

Wann beeindruckt Dich Design?


Das kann auf vielen Ebenen passieren, nicht immer gleichzeitig, und ist natürlich produktabhängig. Das Design eines Lichtschalters muss ganz andere Dinge erzählen und können als das eines Sessels. Aber wenn ein Design Sinn macht und mich ästhetisch berührt, ist das der Moment, nach dem ich suche.

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